NOVOFLOT

Die Bibel

(in der Übersetzung von Novoflot)

 

Premiere 27. April 2017

#1: Der Schrei (April/Mai 2017)

 

Wo Gott eine Kapelle baut, da baut der Teufel eine Kirche daneben. Also sprach Martin Luther in seinen Evangelien-Auslegungen vor mehr als 500 Jahren. Und um herauszufinden, ob Gott flexibel reagiert, wenn die Sache einmal anders herum verläuft, baut NOVOFLOT anlässlich von #1: Der Schrei seines neuen Musiktheater-Projekts „Die Bibel (in der Übersetzung von NOVOFLOT“) gleich mal eine Kirche direkt neben die Volksbühne. Vom 27. April bis 01. Mai (fast) täglich von 14-20 Uhr geöffnet, lädt NOVOFLOT alle mehr oder weniger bewusst reformationsgeprägten Passanten ein, für einen Moment einzutreten in die halb versunkene Architektur und einen Blick zu werfen auf die dort versammelte Gemeinde. Es könnte sich schon deshalb lohnen, weil die dort anwesenden sechs Gemeindemitglieder alles andere als in Feierlaune sind. Im Gegenteil: 500 Jahre Luthersche Reformation haben hier einen vom Komponisten Michael Wertmüller in Klang gesetzten Ausnahmezustand evoziert, der immer wieder in ekstatisches Schreien mündet. Doch wer sich destruktive Verzweiflung erhofft, wird vom kirchenbauenden Teufel eines besseren belehrt. Denn jeder Schrei lässt die Ketten protestantischer Religionsausübung ein wenig mehr erodieren. Und schürt Hoffnung auf die Rückkehr solcher Götter, die den Menschen endlich wieder ein bisschen ähnlicher sehen. Und damit Raum schaffen für eine moralisch instabile und deshalb umso mehr zukunftsweisende Spiritualität abseits der Lutherschen Bibelinterpretation.

 

Regie Sven Holm 
Musikalische Leitung Vicente Larrañaga 
Komposition Michael Wertmüller
Bühne Elisa Limberg 
Mitarbeit Bühne Anne Storandt

Dramaturgie Malte Ubenauf
Kostüme Teresa Tober 
Video Lisa Böffgen und Karolina Serafin
Produktionsleitung Dörte Wolter 

 

Mit

Yuka Yanagihara (Sopran), Komi Mizrajim Togbonou (Schauspiel), Antonis Anissegos (Klavier), Chris Dahlgren (E-Bass)Eric Schaefer (Schlagzeug), Rafał Dziemidok (Tanz)

 

Regieassistenz und Abendspielleitung Martha EbertRegiehospitanz Cindy Wegner, Produktionsassistenz Emilia OebelKostümassistenz Sophia Weißer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Achim Klapp, Fotos Elisa Limberg, Karolina Serafin, Falko Siewert

Portraits Karolina Serafin, Lichtdesign Luigi Kovacs

 

#1: Der Schrei wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, die GVL-Stiftung und Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung.

In Kooperation mit der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.