Mainfranken Theater Würzburg

Fundament

 

Premiere 13. März 2014

Schauspiel von Jan Neumann

 

Die Lebenswege von fünf Menschen kreuzen sich an einem Nachmittag am Hauptbahnhof einer deutschen Großstadt. Ein Frührentner nervt mit einem endlosen Monolog über seine sinnliche in allen Weltreligionen die mitreisenden im Zug. Ein Student will in aller Öffentlichkeit seine Stimme erheben, um seine Wut über die zahllosen Probleme in der Welt kundzutun. Eine Frau in mittleren Jahren kehrt gerade von einem Kreativmalkurs zurück, in dem sie viel über ihr Familienleben gelernt hat. Eine andere Frau wartet auf ihre Opernbegleitung, die sie bei einem Escortservice gebucht hat. Ein erfolgreicher Geschäftsmann will den Gewinner einer Preisverleihung vom Zug abholen, als ein tragisches Unglück geschieht: Ein gewaltiger Sprengstoffanschlag erschüttert den Bahnhof bis ins Fundament und reißt Hunderte von Menschen in den Tod. 

In "Fundament" beleuchtet Jan Neumann schlaglichtartig die gewöhnlichen, aber auch komischen alltagssituationen ganz unterschiedlicher Menschen. Das Stück entwickelt sich durch seine Erzählweise, indem die Schauspieler zwischen Erzählern und Figuren wechseln, zu einem berührenden Epos über die Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit des Lebens.

 

Regie Monika Steil

Bühne, Kostüme und Video Elisa Limberg

Dramaturgie Roland Marzinowski

Licht Thomas Ratzinger 

 

Mit

Petra Hartung, Alexander Hetterle, Marianna Kittel, Kai Christian Moritz und Georg Zeies

 

Main Post, Manfred Kunz, 15.03.2014

"Weisser Papiermüll, stellenweise mannshoch, dominiert die Bühne der Kammerspiele im Würzburger Mainfranken Theater (Bühnenbild Elisa Limberg). Fünf grauweiss gewandete Gestalten betreten sie: Menschen, zufällig zur gleichen Zeit am gleichen Ort, einem Ort des Schreckens, einem Bahnhof, der in wenigen Augenblicken, oder soeben oder vor stunden, Schauplatz eines Bombenanschlages sein wird oder war. (...)

Mit der konzentriert-stimmigen, comedyhafte Elemente nicht verleugnenden Interpretation liefert die Berlinerin Monika Steil ein überzeugendes Würzburger Regie-Debüt. (...)

"Fundament" stellt mehr Fragen, als es Antworten liefern kann. Und ist insoweit das ideale Stück für neugierige Sinnlsucher, die auch eine gehörige Portion ironischer Kurzweil geniessen wollen."