Luzerner Theater und Theater Basel

 

Svetlana in a favela

 

Premiere 27.02.2004

Gastspiel Volksbühne Berlin - Prater 2004

 

"Wie erzählt man eine Liebesgeschichte, die ganz ohne Leidenschaft ausgekommen ist oder auskommen musste? Und was ist das für eine? Und zahl ich Eintritt dafür? Für eine Liebe ohne all die Leidenschaften, also für eine kalte? Zahl ich dafür? Für eine Liebe, die keine ist, jedenfalls im Moment? Und die selber gerne Geld hätte die Liebe und zwar nicht als Eintrittsgelder sondern überhaupt die Liebe? Warum verdienen Filmproduzenten soviel an der Liebe und Huren eben nicht. Die kriminalisierte Scheisse, warum verdient die nicht, sondern Dreamworks, die Scheisse, oder Disney, warum verdient Disney soviel an der Liebe und nicht wir? Und was ist das für ein Kino, unser Kopf? Der Disney verdienen lässt an der Liebe und nicht uns selbst und unsern Kopf? Svetlana dreht ihre eigenen Filme in Sao Paolo, mit Video, und vermarktet sie auch selbst, malt Plakate dafür und zeigt sie in einer stillgelegten Kirche hier. Ich liebe nicht die Geschichte, die dein Leben ist, sondern dass ich darüber nachdenken kann. Das ist der Unterschied zum Film und der ganzen Medienscheisse. Ich kann dich nicht mehr als Geschichte haben, sondern ich liebe dich im Nachdenken über dich. Nicht narrativ, die Scheisse, sondern wie du dich denken musstest um hier zu überleben. Ich will nachdenken darüber, wie du dich denken musstest, um hier überhaupt ein Bein vor das andere zu kriegen! Mit dieser Hingabe und Leidenschaft, dich hier in ein Leben hineinzudenken und dass du da überhaupt vorkommst! Dein Leben, das den Markt umgeht, weil es da nicht mehr vorkommt. DEIN LEBEN DAS DEN MARKT UMGEHT WEIL ES DA NICHT MEHR VORKOMMT!" ( René Pollesch)

 

Text und Regie René Pollesch

Bühne und Kostüme Anette Hachmann, Elisa Limberg, Indra Nauck
Licht David Hedinger
Dramaturgie Silke Merzhäuser
Souffleur Tom Schneider

 

Mit 

Susanne Abelein, Elisabeth Rolli, Anja Schweitzer